Projekt SIGMA

Im Projekt SIGMA wurde die Situation gehörloser Menschen im Alter untersucht (Universität zu Köln, 2006-2009). Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Ziele

  • Bestandsaufnahme: Untersuchung der besonderen Situation sowie der Wünsche und Bedürfnisse gehörloser Menschen im Alter.
  • Erhebung des Bedarfs an geeigneten Maßnahmen und Angeboten

Ergebnisse

  • Gehörlose Menschen sind häufig sehr schlecht über die Angebote und Ansprüche gesetzlicher Leistungen zur Pflege und Gesundheitsversorgung informiert. Das allgemeine Informationsangebot ist vor allem für die Gruppe älterer gehörloser Menschen häufig nicht zugänglich, spezifische Informationen in Gebärdensprache stehen kaum zur Verfügung
  • Fachkräfte der Gesundheitsversorgung und der Pflege sind meist nur unzureichend über die spezifischen kommunikativen Bedürfnisse gehörloser Menschen informiert. Diese Unkenntnis führt häufig dazu, dass ältere gehörlose Menschen nicht angemessen versorgt werden oder bestimmte gesetzliche Leistungen nicht in Anspruch genommen werden.  
  • Gehörlosen Menschen im Alter stehen kaum Angebote zur Verfügung, die ihre kommunikativen und kulturellen Bedürfnisse angemessen berücksichtigen. Es existieren nur wenige Angebote der stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen, die sich spezifisch an gehörlose Menschen richten. Gehörlose Menschen stehen daher häufig vor der schwierigen Entscheidung, ihren Wohnort zugunsten einer angemessenen Versorgung aufgeben zu müssen.
  • Besonders schwierig ist die Versorgungssituation von gehörlosen Menschen mit Demenz. Aufgrund fehlender Diagnoseinstrumente, mangelnder Kenntnis der behandelnden Ärzte und geringer Therapieangebote kommt es offensichtlich häufig zu Fehldiagnosen und einer Unterversorgung in allen Stadien der Krankheit.

Abschlussbericht des Projektes SIGMA

Zur Situation gehörloser Menschen im Alter (SIGMA)